Die richtige Schwerlast-Technik wählen – Wälzwagen, Schwerlasträder oder Rollenfahrwerke?

Unternehmen stehen oft vor der Frage, wie sie tonnenschwere Lasten innerbetrieblich am besten bewegen können. Ob beim Umsetzen von Maschinen, beim Anlagenbau oder beim Verlagern schwerer Güter: Die richtige Wahl der Transporttechnik entscheidet über Sicherheit und Effizienz. Börkey, ein Spezialist für Schwerlasttechnik seit 1945, bietet hierfür drei Hauptlösungen an: Wälzwagen, Schwerlasträder und Rollenfahrwerke. Jedes System hat spezifische Stärken, Einsatzbereiche sowie Vor- und Nachteile. Dieser Ratgeber vergleicht praxisnah die drei Optionen und hilft Ihnen, die passende Technik für Ihren Bedarf zu finden.

Wälzwagen – für extremste Lasten bei geringer Geschwindigkeit

Wälzwagen sind spezielle Schwerlast-Transportfahrzeuge mit einer einzigartigen Rollenkonstruktion. Hierbei laufen mehrere massive Stahlrollen in einer endlosen Kette: Wenn eine Rolle hinten unter der Last hervorläuft, wird sie sofort vorne wieder untergesetzt. Diese geniale Idee, von Börkey bereits in den 1950er Jahren verwirklicht, garantiert einen ständigen Rollenkontakt zur Last und bildet im Prinzip ein kleines Kettenfahrwerk. Die Unfallgefahr sinkt dadurch erheblich, da die Last nie unkontrolliert abrutschen kann, sondern immer von Rollen getragen wird.

Verschieben des Hochofens in Detailaufnahme

Schwerlasträder – hochbelastbare Räder für modulare Anwendungen

Schwerlasträder (Schwerlastrollen) sind im Grunde extrem tragfähige Räder für den industriellen Einsatz. Sie bilden die Basis vieler Schwerlastfahrzeuge und -geräte: So werden etwa Gabelstapler, fahrerlose Transportsysteme oder spezielle Anhänger mit Schwerlasträdern ausgestattet, um große Lasten sicher zu bewegen. Einzeln betrachtet liegen ihre Tragfähigkeiten unter der eines Wälzwagens, doch durch die Kombination mehrerer Räder lassen sich ebenfalls schwere Maschinen und Anlagen sicher transportieren. Standard-Schwerlasträder von Börkey tragen bis etwa 8 t pro Rad, in Spezialausführung sogar bis zu 50 t je Rad. Damit können bereits vier solcher Räder – auf einem passenden Rahmen montiert – an die 200 t bewegen. Ein Vorteil ist die deutlich höhere Fahrgeschwindigkeit: Börkey gibt für Standard-Schwerlasträder ca. 120 m/Min. (≈ 2 km/h) als Richtwert an, was dem 24-Fachen eines Wälzwagens entspricht. In der Praxis hängt die erreichbare Geschwindigkeit vom Gesamtaufbau ab (Rahmen, Antrieb, Sicherungen), doch klar ist: Schwerlasträder ermöglichen dynamischere Transporte als der auf Sicherheit und Langsamfahrt ausgelegte Wälzwagen.

Rollenfahrwerke – Transportfahrwerke als flexibler Mittelweg

 Rollenfahrwerke (auch Schwerlast- oder Transportfahrwerke genannt) bilden sozusagen die goldene Mitte zwischen Wälzwagen und einzelnen Rädern. Ein Rollenfahrwerk besteht typischerweise aus mehreren Schwerlasträdern, die in einem stabilen Rahmen kombiniert sind. Klassischerweise verwendet man zwei bis vier solcher Fahrwerke unter einer Last, um diese sicher zu stützen und fortzubewegen. Börkey bietet z. B. die Baureihe WRS an, ein standardisiertes Schwerlastfahrwerk, das pro Stück je nach Ausführung zweistellige Tonnenlasten tragen kann und in Sonderkonstruktion auch über 100 t je Fahrwerk erreicht. Die Fahrwerke sind in der Regel flach (wenige Zentimeter Bauhöhe) und weisen mehrere integrierte Schwerlasträder auf, teils als starre Achsen, teils als Lenkachsen. So entsteht ein verteiltes Rollensystem, das Bodenunebenheiten besser ausgleicht als ein einzelner Wälzwagen. Auch die Bodenpressung reduziert sich, weil das Gewicht auf mehr Kontaktpunkte verteilt wird – ein klarer Vorteil auf empfindlichem Hallenboden.

Fazit: Die optimale Lösung hängt von Gewicht, Wegstrecke und Umgebung ab

Für den innerbetrieblichen Schwerlasttransport gibt es keine Allzwecklösung – Wälzwagen, Schwerlasträder und Rollenfahrwerke bedienen unterschiedliche Anforderungen. Entscheidend sind drei Fragen:

  1. Wie schwer ist die Last? Bei Gewichten im mehrstelligen hundert-Tonnen-Bereich führt kaum ein Weg am Wälzwagen vorbei. In allen anderen Fällen kann eine Kombination aus mehreren Schwerlasträdern bzw. Fahrwerken ausreichen.
  2. Wie sind Strecke und Tempo? Muss die Last zügiger bewegt oder über längere Wege transportiert werden (z. B. im Logistikbereich), sind Schwerlasträder oder motorisierte Fahrwerksysteme im Vorteil. Für sehr kurze und heikle Umsetzungen mit Richtungswechseln dagegen bieten sich manuelle Rollenfahrwerke an.
  3. Wie ist der Untergrund? Ungünstige Bodenverhältnisse (Spalten, Gefälle, empfindlicher Belag) sprechen gegen Wälzwagen. Hier sind Schwerlasträder mit geeigneter Bereifung oder ein Fahrwerk mit verteilter Radlast die sicherere Wahl.

Börkey hat alle drei Systeme im Programm und kann auf langjährige Erfahrung in der schweren Fördertechnik zurückgreifen. Ob es um die Konzeption einer individuellen Schwerlastrolle oder die Bereitstellung eines kompletten Wälzwagen-Transportsatzes geht – kompetente Beratung ist der Schlüssel, um für jede Aufgabe die optimale Lösung zu finden. So sind Ihre schweren Lasten jederzeit sicher und effizient unterwegs.

Beratung

Interessieren Sie sich für unsere Produkte oder benötigen Beratung?

Wir sind gerne für Sie da.

Weitere News aus der Börkey-Welt

Schwerlasttechnik im Wandel – Trends, Innovationen und Zukunftsperspektiven

Die Schwerlast-Branche befindet sich an einem Wendepunkt. Neue technologische Möglichkeiten – von Digitalisierung und Automatisierung bis hin zu grünen Antrieben – verändern grundlegende Prozesse.

Die richtige Schwerlast-Technik wählen – Wälzwagen, Schwerlasträder oder Rollenfahrwerke?

Unternehmen stehen oft vor der Frage, wie sie tonnenschwere Lasten innerbetrieblich am besten bewegen können.

Sicherer Schwerlasttransport im Unternehmen – Unfälle vermeiden, Effizienz steigern

Schwere Lasten sicher zu transportieren ist für Unternehmen essenziell, um Arbeitsunfälle zu verhindern und reibungslose Abläufe zu gewährleisten.